Informationen zur medikamentösen Therapie

Evidenzbasierte S2-Leitlinie zum Thema JIA, basierend auf der bestehenden Leitlinie von 2005

Originalartikel: Klin Padiatr. 2008 Nov-Dec;220(6):392-402. (2008)

N. Guellac, T. Niehues

Die Therapie der Juvenilen Idiopathischen Arthritis (JIA) hat zu einer Verbesserung der Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen geführt, variiert aber von Behandler zu Behandler noch erheblich. Eine Standardisierung der Therapie auf der Basis von Konsensusempfehlungen bietet die Chance, die Qualität der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit JIA weiter zu verbessern. Es wurde eine systematische Literaturanalyse wurde durchgeführt. Die Autoren der GKJR-Leitlinie von 2005 und Vertreter aus Fachgesellschaften und Vereinigungen wurden zu professionell moderierten Konsensuskonferenzen eingeladen. So wurden zu den Themen medikamentöse, symptomatische und chirurgische JIA-Therapie Statements im Konsens erarbeitet und nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin bewertet.

Diagnose, Prophylaxe und Therapie der Osteoporose bei juveniler idiopathischer Arthritis

Konsensusstatement der GKJR

Originalartikel: Z Rheumatol. 66 (5): 4345-440 (September 2007)

Roth J, Bechtold S, Borte G, Dressler F, Girschick H, Borte M

Ein Verlust bzw. eine mangelnde Zunahme an Knochenmasse tritt bei der juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA) auch unter neueren Therapieansätzen auf. Negativ wirken eine lange Krankheitsdauer mit aktiver Erkrankung und in einem gewissen Maße die Anzahl der entzündeten Gelenke (Zytokineinfluss, Inaktivität). In mehreren Studien stellte die Muskelmasse den stärksten Prädiktor für die Knochenmasse dar. Insofern muss bei allen Patienten mit JIA, die keine schnelle Remission der Erkrankung erreichen, eine Diagnostik und eine Prophylaxe bzw. Therapie des Muskel- und Knochenverlustes in Betracht gezogen werden.
Das Konsensuspapier wurde durch die Autoren nach Sichtung der bestehenden Literatur und auf der Basis der Wörlitzer Expertengespräche Kinderrheumatologie erarbeitet.

Psoriasis und Psoriasisarthritis im Kindes- und Jugendalter

Übersicht und Konsensus-Statement des 9. Wörlitzer Expertengespräches 2006 für die GKJR

Originalartikel: Z Rheumatol. 66 (4): 349-354 (Juli 2007)

Sticherling M, Minden K, Küster RM, Krause A, Borte M. Z 

In Deutschland ist von etwa 1,2-1,6 Mio. an Psorasis Erkrankten auszugehen. Etwa 1/3 der Erkrankungen manifestieren sich vor dem 20. Lebensjahr. Als eine klassische Komplikation der Psoriasis wird eine so genannte Psoriasisarthritis (PsA) beschrieben, die nach neuesten Erkenntnissen bis zu 20% aller Psoriatiker betrifft. Die PsA tritt ebenfalls im Kindesalter auf und wird unter dem Begriff der juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA) subsumiert. Die im April 2006 in Wörlitz zusammengekommene Expertenrunde erarbeitete Empfehlungen zur Klassifikation, umfassenden Diagnostik und zur Therapie der betroffenen Kinder und Jugendlichen. Konsens bestand in einer frühzeitigen und intensiven Lokaltherapie der Haut, um die entzündliche Aktivität zu bremsen. Hinsichtlich einer PsA sollten frühzeitig nichtsteroidale Antiphlogistika sowie eine Lokaltherapie der Gelenke mit intraartikulärer Applikation von Glukokortikosteroiden erfolgen. Als Basistherapeutikum sollte MTX bevorzugt und ggf. mit anderen Therapeutika kombiniert werden.

Einsatz von Biologika bei der juvenilen idiopathischen Arthritis

Konsensus-Statement des 7. Wörlitzer Expertengespräches 2004 für die Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendrheumatologie

Originalartikel: Z Rheumatol. 2006 Mar;65(2):152-6, 158

Horneff G.

Die rasch wachsende Gruppe der Biologika stellt heute bereits einen unverzichtbaren Bestandteil bei der Behandlung von chronisch entzündlichen oder Autoimmunerkrankungen dar, nicht nur für bislang therapierefraktäre Krankheitsverläufe sondern auch, weil die Effektivität einer Therapie mit Biologika oftmals dem Ausmaß des konventionell erreichbaren Therapieerfolges überlegen ist, der Wirkungseintritt rascher erfolgt und das Therapierisiko geringer erscheint. Aus diesem Grunde soll mit der vorliegenden Stellungnahme eine aktualisierte Empfehlung zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen erfolgen.

Nicht-bakterielle Osteitis des Kindes- und Erwachsenenalters

Originalartikel: Monatsschr Kinderheilk 2006;154: 831-833

Jansson A, Borte M, Böschow G, Dressler F, Grübner I, Kekow M, Palm-Beden K, Girschick HJ

Bei der nicht-bakteriellen Osteitis (NBO) handelt es sich um eine aseptische Form der Osteomyelitis, die sich sowohl im Kindes- als auch im Erwachsenenalter manifestieren kann. Gebräuchliche Synonyma sind CR-MO (chronisch rekurrierende multifokale Osteomyelitis) und SAPHO-Syndrom ("synovitis, acne, pustulosis, hyperostosis, osteitis"). Bei bislang ungeklärter Ätiopathogenese wird die NBO klinisch dem rheumatischen Formenkreis zugeordnet. Die Therapie ist symptomatisch. Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über den derzeitigen Erkenntnisstand und gemeinschaftlich erarbeitete Vorschläge zur Diagnostik und Therapie.

Evidenzbasierter Einsatz von Methotrexat bei Kindern mit rheumatischen Erkrankungen

Konsensusstatement der AGKJR und Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Rheumatologie Österreich

Originalartikel: Z Rheumatol. 2004. 63:2:147-159.

Niehues T, Horneff G, Michels H, Sailer Höck M, Schuchmann L.

Bei Kindern und Jugendlichen mit rheumatischen Erkrankungen stellt die Juvenile Idiopathische Arthritis (JIA) die häufigste Diagnosegruppe dar. Die JIA kann mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) und Krankengymnastik in einem Teil der Fälle erfolgreich behandelt werden. Die Erkrankung erweist sich aber bei einem erheblichen Anteil der Kinder und Jugendlichen als resistent gegenüber dieser Behandlung, so dass "second line" Medikamente oder  Basistherapeutika (internationaler Sprachgebrauch: disease modifying antirheumatic drugs, DMARDs) zum Einsatz kommen. Methotrexat (MTX) wird als "first choice second line agent" für die JIA bezeichnet. Um die Arzneimittelsicherheit zu erhöhen, ist von der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendrheumatologie Deutschland (AGKJR) und der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Rheumatologie Österreich die Erarbeitung eines evidenzbasierten Konsenses initiiert worden.

Konsensusstatement der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendrheumatologie Deutschland (AGKJR) und Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Rheumatologie Österreich zum Einsatz von MTX bei Kindern mit rheumatischen Erkrankungen

Originalartikel: Monatsschr Kinderheilkd 151:881-890 (2003)    

T. Niehues, G. Horneff, H. Michels, M. Sailer Höck, L. Schuchmann

Bei Kindern und Jugendlichen mit rheumatischen Erkrankungen stellt die juvenile idiopathische Arthritis (JIA) die häufigste Diagnosegruppe dar. Die JIA kann mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) und Krankengymnastik in einem Teil der Fälle erfolgreich behandelt werden. Die Erkrankung erweist sich aber bei einem erheblichen Anteil der Kinder und Jugendlichen als resistent gegenüber dieser Behandlung, so dass "second line" Medikamente oder "Basistherapeutika" (internationaler Sprachgebrauch: disease modifying antirheumatic drugs, DMARDs) zum Einsatz kommen. Methotrexat (MTX) wird als "first choice second line agent" für die JIA bezeichnet. In der Anwendung von Methotrexat bei Kindern und Jugendlichen bestehen zwischen den kinderrheumatologischen Behandlern zum Teil erhebliche Unterschiede. Um die Arzneimittelsicherheit zu erhöhen, ist daher von der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendrheumatologie Deutschland (AGKJR) und der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Rheumatologie Österreich die Erarbeitung eines evidenzbasierten Konsenses initiiert worden. Die Evidenz basiert auf Diskussionen innerhalb von Behandlertreffen, einer MEDLINE-Suche mit den Stichwörtern "Methotrexat", "juvenile Arthritis" und Alter 0-18 Jahre, Standard-Lehrbüchern und Übersichtsarbeiten, Daten aus der Kerndokumentation des Deutschen Rheumaforschungszentrums Berlin und Studienergebnissen der Methotrexattherapie von erwachsenen Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) sowie Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh). Auf der Grundlage dieser Daten werden eine Graduierung der Evidenz und der Empfehlungen vorgenommen und evidenzbasierte Empfehlungen zum Einsatz von MTX bei Kindern und Jugendlichen mit rheumatischen Erkrankungen vorgelegt.      

Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendrheumatologie zur Therapie mit Etanercept (P75 TNF-a-Rezeptor-Immunglobulinfusionsprotein)


Originalartikel:
Z Rheumatol 59 (6):365-369 (2000)

G. Horneff, J. Forster, H. W. Seyberth, H. Michels

Im Februar 2000 wurde das neue Arzneimittel Etanercept (Enbrel®) zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis wie auch der juvenilen Polyarthritis zugelassen. Zeitgleich wurde die bislang einzige Untersuchung zur Behandlung der juvenilen idiopathischen (chronischen/ rheumatoiden) Arthritis mit Etanercept publiziert. Damit steht in Deutschland erstmalig ein Pharmakon zur Verfügung, das zur Behandlung der juvenilen Polyarthritis zugelassen und gleichzeitig geprüft wirksam ist. Trotzdem bleiben derzeit noch viele Fragen zu Indikationen, Kontraindikationen, Nebenwirkungspotential, Kontrolluntersuchungen und weitere unbeantwortet. Die Kommission Pharmakotherapie der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendrheumatologie hat daraufhin nachfolgende Empfehlungen ausgearbeitet. Die werden von Kommentaren begleitet, die die problematische Situation bei der Anwendung eines neuen Arzneimittels im Kindes- und Jugendalter reflektieren und zu Fragen insoweit Stellung nehmen, wie dies nach bisherigen Kenntnisstand überhaupt möglich ist. Die Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendrheumatologie führt außerdem ein Register zur Langzeitdokumentation der Anwendung von Etanercept im Kindes- und Jugendalter. Um langfristig eine sichere Basis für Therapieempfehlungen zu erstellen, ist eine Dokumentation aller mit Etanercept behandelten Kinder und Jugendlichen möglich und unbedingt empfehlenswert. Die Koordination des Registers erfolgt an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Halle-Wittenberg.