Oligoarthritis

Die Oligoarthritis stellt in Mitteleuropa die häufigste Form der juvenilen idiopathischen Arthritis dar. Der typische Erkrankungsbeginn liegt im Vorschulalter, Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen. Definitionsgemäß sind in den ersten Erkrankungsmonaten nicht mehr als vier Gelenke entzündet. Meist handelt es sich hierbei um Knie- und/oder Sprunggelenke, aber auch einzelne Finger- oder Zehengelenke können betroffen sein. Neben der Gelenkentzündung kann bei etwa jedem fünften Patienten mit dieser kindlichen Rheumaform eine Augenentzündung (Iridozyklitis) beobachtet werden, die in der Regel symptomlos verläuft. Wird diese nicht rechtzeitig erkannt, können sich Folgeschäden am Auge entwickeln. Hierzu gehören Bandkeratopathie, Synechien, Katarakt und Glaukom, welche die Sehkraft beeinträchtigen können.

Generell haben Patienten mit Oligoarthritis die beste Prognose. Acht von 10 Patienten sind im Erwachsenenalter völlig gesund. Werden im Verlauf jedoch mehr Gelenke in den Entzündungsprozess einbezogen, entwickelt sich also eine Polyarthritis (sogenannte erweiterte Form der Oligoarthritis), dann stellt sich die Prognose ungünstiger dar. Diese Patienten haben in der Regel auch im frühen Erwachsenenalter noch eine aktive Erkrankung und weisen in über der Hälfte der Fälle schwere röntgenologische Gelenkveränderungen auf.