ICON: Inception Cohort of Newly Diagnosed Patients with Juvenile Idiopathic Arthritis (JIA)

Die juvenile idiopathische Arthritis (JIA) ist die häufigste chronische entzündlich-rheumatische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter. Sie birgt ein hohes Risiko für eine dauerhafte Behinderung und Beeinträchtigung der Lebensqualität der Betroffenen. Für die Gesellschaft ist sie mit einer enormen ökonomischen Belastung verbunden. Der Verlauf dieser heterogenen Erkrankung ist bisher nicht sicher vorherzusagen, eine am individuellen Risiko des Patienten ausgerichtete Therapie kann deshalb nur begrenzt erfolgen. Außerdem ist unklar, ob die in den letzten Jahren eingeführten neuen Therapiestrategien (z.B. die Biologika) die Langzeitprognose der JIA verbessern.

Fragestellung

Wie sieht die kurz- und langfristige Prognose für ein heute an JIA erkranktes Kind aus:

  1. Ist die Prognose vorhersagbar?
  2. Welchen Einfluss hat das Auftreten einer Uveitis auf die Prognose und insbesondere die Lebensqualität der betroffenen Kinder und Jugendlichen?
  3. Eignen sich die neu vorgeschlagenen Biomarker S100-Proteine und Zytokinprofile zur Verlaufsprädiktion?
  4. Welche ökonomischen Belastungen bringt die JIA für die Betroffenen und die Gesellschaft mit sich?
  5. Bestehen Versorgungsdefizite mit prognostischer Relevanz?

Konzept

Anhand einer prospektiven standardisierten Beobachtung einer Kohorte früh erkrankter Patienten sollen neue Informationen über den Krankheitsverlauf und die Prognose, Verlaufsindikatoren, die Versorgungssituation und sozioökonomische Aspekte bei der JIA gewonnen werden.

Für die an 11 kinderrheumatologischen Zentren in Deutschland eingeschlossenen Patienten wird über die zwei Förderphasen eine mittlere Beobachtungsdauer von 9 Jahren angestrebt.

Die Patienten werden durch Kinderrheumatologen (nach Erreichen der Volljährigkeit durch Weiterbehandler) und Augenärzte klinisch untersucht, bei Blutabnahmen erfolgen Bestimmungen konventioneller Entzündungsparameter und neuer Biomarker (S100-Proteine, Zytokine). Serum- und DNA-Proben werden in Biobanken für weitere Untersuchungen gesammelt. Anhand der erhobenen Parameter wird einerseits die individuelle und gesamtgesellschaftliche Belastung durch die Erkrankung ermittelt. Hierfür werden unter anderem die Lebensqualität der betroffenen Kinder und Jugendlicher mit der alters- und geschlechtsgematchter Kontrollen verglichen und die durch die JIA hervorgerufenen Kosten kalkuliert. Andererseits werden die bei den Patienten erhobenen klinischen, immunologischen, psychosozialen und sozioökonomischen Parameter auf ihre Vorhersagekraft hinsichtlich eines ungünstigen Krankheitsverlaufes untersucht. Hauptoutcome-Parameter stellen das Andauern einer aktiven Erkrankung, artikuläre und extraartikuläre Folgeschäden und die Lebensqualität der Betroffenen dar.

Das komplexe und multidisziplinäre Forschungsprojekt soll die Datenlage zu Krankheitslast und -kosten, Prognose und deren Einflussfaktoren, Versorgung sowie Pathogenese der JIA und damit die Patientenversorgung verbessern helfen.

Patienten

Insgesamt konnten 975 Patienten und 489 Kontrollen eingeschlossen werden.

Laufzeit

1. Förderphase 2009 – 2015
2. Förderphase 2015 – 2021

Ethikvotum und Studienkoordination

Für das Projekt liegt ein positives Votum der Ethikkommission der Charité vor.

Die Koordination der Studie erfolgt durch die Arbeitsgruppe Kinder- und Jugendrheumatologie des DRFZ. Ein Verbundplan und die Erhebungsinstrumente (Case report forms, Patientenwochenbücher) werden in Abstimmung mit den Mitantragstellern entwickelt.

Für die zeitgerechte Dokumentation der Patienten erhalten alle Einrichtungen die notwendigen Unterlagen in regelmäßigen Intervallen über das DRFZ.

Studienleitung

Prof. Dr. Kirsten Minden, Prof. Dr. Angela Zink
Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin (DRFZ)
Charitéplatz 1
D-10117 Berlin

Co-Investigators

Prof. Dr. Arndt Heiligenhaus (St. Franziskus Hospital Münster)
Prof. Dr. Dirk Föll (Universitätskinderklinik Münster)
Dr. Kirsten Mönkemöller (Kinderkrankenhaus der Stadt Köln)